Liedtexte


 

Nach meiner Heimat

Nach meiner Heimat da ziehts mich wieder,
Es ist die alte Heimat noch,
|: Dieselbe Luft dieselben frohen Lieder,
Und alles ist ein andres doch. :|

Die Wellen rauschen wie einst vor Jahren,
Am Walde sprang wie einst das Reh,
|: Von Ferne hört ich Heimatglocken läuden*,
Die Berge glänzten aus dem See. :|

Am Waldesrande da steht ´ne Hütte,
Die Mutter ging dort ein und aus,
|: Jetzt schauen fremde Menschen aus dem Fenster,
Es war einmal mein Elternhaus :|

Mir wars als rief es aus der Ferne,
Flieh, flieh kehr niemals mehr zurück,
|: Die du geliebt sind alle längst gestorben,
Sie kehrn sie kehrn niemehr zurück. :|

In jenem Häuschen, wo einst vor Jahren
die liebe Mutter mich empfing.
/:Da sah ich fremde Menschen vor mir stehen
wie weh, wie weh´mir ´s da erging. :/

Ich ging zum Friedhof meiner Mutter
und kniet´mich hin vor ihrem Grab.
/:Ach könnte ich doch immer bei dir bleiben,
ja weil ich keine Heimat hab. :/

 


 

Siebenbürgen Land des Segens


Leopold Maximilian Moltke, 1819-1894 , Volkslied um 1848
 
Siebenbürgen, Land des Segens,
Land der Fülle und der Kraft
mit dem Gürtel der Karpathen
um das grüne Kleid der Saaten,
Land voll Gold und Rebensaft!

Siebenbürgen, Meeresboden
einer längst verfloßnen Flut!
Nun ein Meer von Ährenwogen,
dessen Ufer waldumzogen
an der Brust des Himmels ruht.
 
Siebenbürgen, Land der Trümmer
einer Vorzeit stark und groß!
Deren tausendjähr'ge Spuren
ruhen noch in deiner Fluren
ungeschwächtem Ackerschoß.
 
Siebenbürgen, grüne Wiege
einer bunten Völkerschar!
Mit dem Klima aller Zonen,
mit dem Kranze von Nationen
um des Vaterlands Altar.

Siebenbürgen, grüner Tempel
mit der Berge hohem Chor!
Wo der Andacht Huldigungen
steigen in so vielen Zungen
zu dem einen Gott empor.
Siebenbürgen, Land der Duldung,
jedes Glaubens sichrer Hort!
Mögst du bis zu fernen Tagen
als ein Hort der Freiheit ragen
und als Wehr dem treuen Wort!

Siebenbürgen, süße Heimat,
unser teures Vaterland,
sei gegrüßt in deiner Schöne,
und um alle deine Söhne,
schlinge sich der Eintracht Band! 

 


 

Rote Rosen

Rote Rosen, rote Rosen blühn im Garten.
Rote Rosen rote Rosen auf der Heid.
 /: Drum pflück ich mir so zwei rote Rosen,
trag sie meinem Liebchen ans Fensterlein.:/

Liebchen schläfst, Liebchen schläfst du oder wachst du?
Oder bist, ja oder bist du´s gar nicht mehr?
/: Ich tu nicht schlafen ich tu nicht wachen,
habe ganz was anders in meinem Sinn.:/

Hab gehört, hab gehört von deinen Freunden,
dass ich dir, ja dass ich dir zu arm bin.
/: Drum geh und such dir ein anders Dirndl,
das dir und deinen Freunden gleicht.:/

Geh hinweg, geh hinweg von meinem Fenster.
Geh hinweg, geh hinweg von meiner Tür.
/: Drum reichen wir uns die beiden Hände,
auf ein ewiges, ewiges Nimmerwiedersehn.:/